Anja Lehnertz-Hemberger mit offener Krabbelgruppe im Lesetreff

Da war richtig was los:

Neun quicklebendigen Kleinst-Leserchen eroberten sich in Windeseile die Bilderbuch-Ecke im Lesetreff. Äußerst interessiert zeigten sie großen Spaß am Bücher anschauen, riechen, fühlen, …. Großartig! Kleine Buchliebhaber und solche, die es werden könnten. Bei dem tollen Bücherangebot konnte keiner widerstehen, da war für jeden was dabei. 
Die Hebamme Anja Lehnertz-Hemberger organisiert regelmäßig Treffen für junge Eltern mit ihren Babys und Kleinkindern, am letzten Donnerstag fand dieses Treffen im Lesetreff statt. Das war eine gelungene Sache. Kommt gerne wieder! Die Liebe zu Büchern kann gar nicht früh genug geweckt werden …

Viele Grüße

Euer Lesetreff-Team

Manchmal kommen die Ideen an der Tankstelle

Das stand am Donnerstag, 13.10.2022, in den BNN:

Manchmal kommen die Ideen an der Tankstelle

Autorin Stephanie Schneider liest in Waldbronn aus ihrem Buch „Grimm und Möhrchen. Ein Zesel zieht ein“

Von unserer Mitarbeiterin Martina Erhard

Musik darf nicht fehlen: Autorin Stephanie Schneider und Buchhändler Sven Puchelt stimmen die Kinder zu Beginn der Lesung mit dem „Zesellied“ auf die Abenteuer von „Grimm und Möhrchen“ ein.Foto: Martina Erhard

Waldbronn. Die Lesung fängt schwungvoll mit Musik an: Im Waldbronner Lesetreff hat sich Buchhändler Sven Puchelt die Gitarre geschnappt und singt das „Zesellied“. Begleitet wird er von den Kindern und ihren Eltern, die dabei zuhören wollen, wie Autorin Stephanie Schneider aus dem Buch

„Grimm und Möhrchen. Ein Zesel zieht ein“, liest. „Das ist Möhrchen! Der kleine Zesel mit dem gestreiften Öhrchen“, heißt es da im Refrain.

„Dieses Lied ist vielleicht mit ein Grund, warum ich ganz besonders an der Figur Möhrchen hänge“, erzählt die Autorin. „Eigentlich bin ich ja kein Reihentyp, aber zu Möhrchen fallen mir noch sehr viele Geschichten ein“, verspricht Schneider, die erst vor wenigen Tagen für den ersten Band von „Grimm und Möhrchen“ mit dem Deutschen Kinderbuchpreis ausgezeichnet wurde. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Inzwischen ist der zweite Band rund um die Abenteuer von Buchhändler Grimm und dem Zesel Möhrchen, einer Mischung aus Zebra und Esel, erschienen, Band drei folgt im kommenden Frühjahr. „Das Lied inspiriert mich, weil ich sehe, wie die Kinder auf die Musik reagieren“, freut sich die 50-jährige Autorin, die in Hannover lebt und arbeitet und die eigentlich mal Grundschullehrerin werden wollte.

Wobei, eigentlich war das Schreiben schon immer ihre große Leidenschaft. „Als Kind war ich viel krank, weshalb mir das Lesen und das Schreiben Ersatzwelten geöffnet haben“, meint Schneider. Sie erinnert sich, dass sie in dieser Zeit, wenn sie nach dem Berufswunsch gefragt wurde, geantwortet hat, dass sie mal Astrid Lindgren werden wolle.

Das berufliche Schreiben nahm die Mutter von zwei Töchtern aber erst mit dem zweiten Erziehungsurlaub auf. „Damals war mir klar, dass ich etwas ändern wollte“, erzählt Schneider. Im Jahr 2004 war das. Seither sitzt sie täglich in einem Café, um dort zu schreiben. „Der Lockdown war schrecklich für mich, da ich in dieser Zeit nicht raus konnte“,

sagt sie und fügt hinzu, dass sie auch an Sonn- und Feiertagen den öffentlichen Schreibraum braucht. „An Weihnachten oder Neujahr ist es aber manchmal nicht so einfach, ein geöffnetes Café zu finden.“ Dann sieht man sie schon mal am Stehtisch einer Tankstelle, wo sie, mit Kopfhörern auf den Ohren, ihre Gedanken ins Laptop tippt.

Ist es denn schwierig, für Kinder zu schreiben? Schneider ist davon überzeugt, dass man sich bei den Kinderbüchern keinen Patzer erlauben darf. „Ist etwas langweilig, sind sie weg. Ist etwas unlogisch, sind sie weg“, sagt sie und fügt hinzu, dass man für die kleinen Leser alles „stark verdichten“ müsse. Sie erzählt, dass sie jede Seite mindestens 20 Mal korrigiere und dabei jedes einzelne Wort x-mal abwäge. Sich Geschichten auszudenken, fällt ihr leicht, denn „ich würde mich als kreativ bezeichnen, außerdem habe ich mir das ‚innere Kind‘ erhalten“. Sie schreibt also, was sie selbst gerne lesen würde. Hilfreich sind auch die Lesereisen: „Immer wieder kommen Anregungen von den Kleinen, und dieses Wechselspiel mit den Kindern macht einfach großen Spaß.“

Die Lesung in Waldbronn, zu der Sven Puchelt von der Buchhandlung LiteraDur eingeladen hat, fängt gleich mit einem Tipp an die Kinder an: „Wenn ihr tolle Ideen habt, schreibt sie auf. Vielleicht könnt ihr sie mal brauchen“, meint Schneider. Sie selbst hat Fotos von den Heften mitgebracht, in die sie als Kind ihre Fantasiegeschichten geschrieben hat.

Mitmachkonzert

Am Freitag, 02.09.22 geht´s dann wieder richtig bei uns los:
Der Lesetreff ist offen und um 15 Uhr präsentieren wir gemeinsam mit Kulturring und LiteraDur im Kulturtreff das Kinder-Kultur-Programm

„The Twiolins: Hurra, Wir spielen ein Konzert“.

Eintritt 6,- €

ein Mitmach-Konzert für Kinder von 4 bis 9 Jahren

Das Eichhörnchen und der Igel haben soooo viel geübt und wollen ihre Musik gerne mit anderen teilen. Doch wie geht das eigentlich? Wie spielt man ein Konzert? Die beiden machen sich auf die Suche nach Antworten – und erleben dabei ein kleines Abenteuer.
Mit interaktiven Elementen zum Mitmachen und natürlich viel Musik. Inspiriert durch das Kinderbuch „Hurra, wir spielen ein Konzert“ von Marie-Luise Dingler, The Twiolins.
Das Buch ist erschienen im November 2020, inzwischen weltweit veröffentlicht und in Englisch und Französisch übersetzt. Marie bekommt täglich Rückmeldung, dass die kleinen Leser „jetzt gerne selbst ein Waldkonzert geben möchten“.

Im August machen wir Ferien!

Bis Samstag, 30.07. und dann wieder ab Freitag, 02.09. könnt ihr uns zu den regulären Öffnungszeiten besuchen:
Dienstag:   15:30 – 17:30 Uhr
Freitag:      15:30 – 17:30 Uhr
Samstag:   10:00 – 12:20 Uhr
In der Waldbronner Woche öffnen wir beim VHS Hoffest am Mittwoch, 31.08.22 unsere Türen für alle, die sich den Lesetreff einfach mal anschauen wollen.

Waldbronn liiiiiest – Kinder lesen für Kinder

Wann?  Am Dienstag, 12. Juli um 16 Uhr
Wo?       Im VHS Hof vor dem Lesetreff

Und wer liiiiiest da was?

Es lesen dieses Mal Viertklässler der Anne-Frank-Schule Busenbach:

Benjamin (9 Jahre) Woodwalkers 1 Carags Verwandlung
Valentina (10 Jahre) Ferien mit Opa
George (9 Jahre) Eine Klasse im Fußballfieber

Wir freuen uns auf einen spannenden Nachmittag mit euch!
bis dahin liebe Grüße

von eurem Lesetreff Team!

Weltwassertag

Am 22. März 2022 war Weltwassertag! Eine Gruppe kleiner Wasserforscher war an der Alb unterwegs und hat das Wasser gründlich unter die Lupe genommen. Natürlich fanden sie spannende Krabbel- und Kriechtiere und konnten diese bestimmen. Vielen Dank an Inge Jörg und ihre Begleitung für diese Expedition!

Spannende Autorenlesung im Jugendtreff

Rüdiger Bertram liest aus seinem Drehbuch „Der Pfad – die Geschichte einer Flucht in die Freiheit“ und gibt Einblicke in die Entstehung des Films.

Rüdiger Bertram ist Kinder- und Jugendbuchautor und er schreibt auch Drehbücher. Am Dienstag, 8. März, war er im Jugendtreff, um eindrucksvoll über sein Werk und dessen Entstehungsgeschichte sowie den gleichnamigen Film zu sprechen.

Die Szenerie des Films könnte in diesen Tagen aktueller nicht sein: Kinder flüchten vor Soldaten. Die Geschichte spielt nicht in der Ukraine, sondern vor über 80 Jahren in Frankreich und Spanien.

BNN amDonnerstag, 10.März 2022:

Autor wanderte selbst auf dem beschriebenen Pfad

Damals flüchteten viele Deutsche vor den Nazis“, merkt der 44-jährige Autor im Vorgespräch an, dass auch unser Land eine – heute wohl von vielen vergessene –Flüchtlingsvergangenheit hatte. Sein Buch erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Rolf, der wie so viele andere deutsche Flüchtlinge mit seinem Vater 1941 in Marseille festsitzt, weil sie keine Ausreisegenehmigung erhalten haben. Ihr Ziel ist New York, wo Rolfs Mutter auf sie wartet, doch der einzige Weg in die Freiheit ist ein steiler Pfad über die Pyrenäen. Der Hirtenjunge Manuel soll sie als Fluchthelfer über den gefährlichen Weg durch die Berge führen.

Die fiktionale Geschichte ist für Kinder ab zwölf Jahren geeignet, beruht jedoch auf wahren Ereignissen. Denn den Pfad gibt es wirklich. Und Rüdiger Bertram ist ihn selbst gegangen. „Das war sehr emotional und bewegend, obwohl ich dort nur als Tourist war“, sagt Bertram. Auf dem Grasplateau einer Hochebene seien ihm gar die Tränen gekommen, denn dieser Ort war für viele Flüchtlinge der Ort der Befreiung. Hier hatten sie das Größte, nämlich das besetzte Frankreich, hinter sich gelassen.

Über diese sogenannte F-Route flüchteten in den Jahren 1940/41 zahlreiche bedrohte Gegner Hitlers, unter ihnen auch der Schriftsteller Walter Benjamin, nach dem der Weg heute benannt ist. Begleitet wurde er, wie auch viele weitere, von der Schleuserin Lisa Fittko, deren Buch „Mein Weg über die Pyrenäen“ auch die Inspiration für Bertram war. Denn beim Lesen sei ihm ein Satz hängen geblieben. „Und wenn Kinder dabei waren, war es fast wie ein Spaziergang“.

Ein Buch führt zum nächsten, und da in der durchaus breiten Fluchtliteratur Kinder nur eine geringe Rolle spielen, entschloss er sich, Kinder als Hauptfiguren in seinen Roman aufzunehmen.

Und auch im Jugendtreff waren unter den rund 40 Besuchern einige Kinder und Jugendliche, die Bertram an seiner eigenen Tour teilhaben ließ, denn er hatte zahlreiche Bilder davon als Einblicke mitgebracht. Und wer die Bilder sieht, erkennt die abgebildeten Orte auch im Buch wieder. Sei es der kleine Stadtstrand am Rande von Marseille oder der pittoreske Eisenbahnort Cerbère, von wo aus der Pfad in die Pyrenäen beginnt. Nur die Filmbilder und -geschichte sind ein wenig anders.

Der Pfad läuft aktuell in den Kinos, so auch in der Ettlinger „Kulisse“. Organisiert hatte diese Veranstaltung der Buchladen LiteraDur Bücher & Noten gemeinsam mit der Kinder- und Jugendbücherei Lesetreff sowie dem Jugendtreff.

Rüdiger Bertram: „Der Pfad“ ISBN 9783570172360, 10 Euro.